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Unentschlossene Skeptiker oder sorglose Solidaritätsoptimisten?

 
 
Eine Studie fühlt Herr und Frau Schweizer im Umgang mit persönlichen Daten den Puls. Der Selbstversuch zweier Digital Natives.

«Gäbe es für dein Verhältnis zum Datentracking einen Beziehungsstatus, würde er lauten: Es ist kompliziert.» Wohl wahr, uns Journalisten und Grafikern eröffnet das World Wide Web eine endlose Quelle an Inspiration und Wissen – Social Media und Co. sind unser modernes Orakel von Delphi! Mussten die alten Griechen einst noch zur legendären Wissensstätte pilgern, können wir uns bequem vor den Laptop setzen oder unser Smarthphone zücken, schon sind wir «up to date».

Oder auch nicht? Genau diese Grenzenlosigkeit der Recherchemöglichkeiten, Verweilanstupser und Videos bringt sowohl Berufsleute wie auch Eltern an den Rand der Verzweiflung. «Reizüberflutung» und «Big Data» lauten die Maximen, denen es als Journalisten 2.0 gewahr zu werden heisst.

Digital Natives auf digitaler Achterbahnfahrt

Die Digitalisierung, die sogenannte «Vierte industrielle Revolution» katapultiert den Alltag und die Berufsbilder von gestern in ein Heute mit virtuellen Chancen, aber auch Risiken. Während der Journalist früher aufklären durfte, mit Primeuren zu Ruhm gelangen konnte, dreht sich sein Alltag nun ums «Ordnung schaffen» und «Leitplanken setzen». Es gilt, im Wirrwarr der verfügbaren Daten und Informationen die auf sein Zielpublikum zugeschnittenen Erkenntnisse zu filtern und in nützlicher Textlänge aufzubereiten.

50 Prozent haben es, 70 Prozent verteufeln es

Und der Datenstamm wächst, wie der Krankenversicherer Sanitas mit seiner im Juni publizierten Studie «Digitale Lebensvermessung und Solidarität» aufzeigt. Die Erhebung möchte Chancen und Gefahren der digitalen Lebensvermessung aufzeigen. Die jüngsten Kontroversen rund um die Datenskandale aus den Häusern Facebook und Cambridge Analytica zeigen die Notwendigkeit einer breit geführten öffentlichen Debatte über die Weiterverwertung persönlicher Datenprofile auf. Staat und Schulen versuchen, darauf zu sensibilisieren. Dennoch nutzt gut die Hälfte der erwachsenen Schweizer Bevölkerung Applikationen, um ihren Lebenswandel aufzuzeichnen – Schritt- und Kalorienzähler und Co. lassen grüssen. Weitere 20 Prozent probierten solch ein Gadget zumindest schon einmal aus.

Gleichwohl monieren 70 Prozent der Studienteilnehmer den Datenschutz. Dies mündet in der Sperrung bestimmter Smartphone-Funktionen, etwa der Standortbestimmung. Dieses ambivalente Verhalten im Umfeld der Digitalisierung zeigt auch den Kommunikationsagenturen die Notwendigkeit der Positionierung auf. Wie können wir wichtige Inhalte adäquat positionieren und zur Meinungsbildung beitragen? Wie schaffen wir es, unsere Kunden in der Datenflut zum WM-tauglichen Schwimmer zu machen? Wie können Botschaften heute in Text und Bild Wissen vermitteln, aber gleichzeitig auch unterhalten? Das Gebot der «Vierten industriellen Revolution» heisst «Mut». Mut, sich auf die neuen Möglichkeiten einzulassen. Mut, sich in der virtuellen Welt kommunikativ auszuprobieren. Mut, sich selbst zu reflektieren und mit Weiterbildung am digitalen E-Sports-Ball zu bleiben.

Apropos «Situativer Gesinnungsakrobat» im WWW: Wir sind in bester Gesellschaft – 42 Prozent der Schweizer Bevölkerung geht es gleich. Eine gemeinsame Basis, um den richtigen Content kommunikativ nutzbringend aufzubereiten? Ja, daran glauben wir.

 

Den Spiegel respektive das Tablet vorgehalten: Die Sanitas-Studie über die Nutzung der digitalen Lebensvermessung entlarvt uns als Opportunisten. Wir stehen dazu!

 


Die Spezies «Situativer Gesinnungsakrobat»

Die Onine-Umfage der Stiftung Sanitas und der Forschungsstelle Sotomo mit über 4200 volljährigen Teilnehmern unterteilt die Datennutzer in folgende vier Typen:

 

«Vorsichtiger Prinzipienmensch»: ☹ 12 %

«Dir ist klar: Keine Leistung ohne Gegenleistung. Deshalb verzichtest du auf Gratisangebote im Internet. Du möchtest gerne die Kontrolle über deine Daten behalten – auch in Zukunft. Für dich ist es noch zu unberechenbar, was mit online gewonnen Daten in der Zukunft passieren wird. Deshalb gibt es fürs Erste nur eine Lösung: Zurückhaltung in der digitalen Welt.»

 

«Situativer Gesinnungsakrobat»: ☹ 42 %

«Gäbe es für dein Verhältnis zum Datentracking einen Beziehungsstatus, würde er lauten: Es ist kompliziert. Einerseits bist du nicht bereit, für Apps und andere Online-Angebote zu bezahlen. Doch im Gegenzug zu den Gratisangeboten deine Daten freigeben? Nicht mit dir!»

 

«Unentschlossener Skeptiker»: 33%

«In deiner Brust wohnen zwei Seelen. Du nutzt Gratisdienstleistungen und/oder Datentracking, wo immer möglich. Andererseits magst du dich mit der Vorstellung, was die Anbieter mit deinen Daten anfangen könnten, nicht so recht anfreunden. Dennoch nimmst du diese Ungewissheit in vielen Fällen in Kauf – mit Bauchgrummeln.»

 

«Unkomplizierter Optimist»: 😊 13%

«Kostenlose Apps? Gratisdienstleistungen im Internet? Fitnessdaten teilen und vergleichen? Online einkaufen? Super, dass es solche Angebote gibt – du bist dabei! Alles, was dein Leben online bereichert und erleichtert, hat deinen vollsten Zuspruch. Dass dabei Daten erhoben oder sogar weitergegeben werden, ist für dich Teil des Geschäfts. Du vertraust darauf, dass mit deinen Daten nichts Unrechtmässiges geschieht.»

 

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