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Wenn ab morgens um sechs der Traffic zu explodieren beginnt

 
 
In ereignisarmen Zeiten eine Website zu unterhalten, die über mehr als nur Verbandsmitteilungen informiert, ist Pflicht. Eine Website zu unterhalten, die in Krisenzeiten zentrale Drehscheibe ist für einen unverzüglichen und permanenten Informationsfluss, ist Kür. Gerade besondere Ereignisse wie die Corona-Krise zeigen den unschätzbar grossen Wert von eigenen Medien.

Im Nachhinein kann man sich fragen, ob man noch besser hätte vorbereitet sein können, klar. Aber diese Frage stellen sich alle, die von den direkten und indirekten Folgen der Corona-Krise überflutet wurden. In einem solchen Moment noch «rasch» etwas aufzubauen läuft auf dasselbe hinaus, als ob man bei der Gemeindeverwaltung einen Hydranten vor das Haus bestellt, wenn es schon in Flammen steht. Auf eine funktionierende Infrastruktur und ein intern und extern eingespieltes Team zurückgreifen zu können, ist in einem solchen Moment Gold wert.

Viva hat das Privileg, eigene Medien für verschiedene Kunden betreuen zu dürfen, unter anderem jene des Garagistenverbandes, dem Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS). Um die Bedeutung eigener Medien im Rahmen der Krisenkommunikation aufzuzeigen ist es nützlich, dass wir kurz zurückblättern:

Wenn sich die Ereignisse überschlagen…

Wenn der Traffic auf der Verbandswebsite Indikator für die Betroffenheit einer Branche darstellt, dann fühlte sich das Autogewerbe vom Thema «Corona» bis anfangs März noch nicht fundamental tangiert. Dazu gab es auch nicht gross Anlass – der Auto-Salon wurde ja nur deshalb abgesagt, weil dort sehr viele Menschen auf engem Raum zusammenkamen und auch Aussteller aus China erwartet wurden. Daran änderte sich auch nichts, als der Bundesrat am Freitag, 13. März die Massnahmen gegen das Coronavirus zum Schutz der Gesundheit verschärfte: Verboten wurden Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen. In Restaurants, Bars und Diskotheken durften sich ab diesem Zeitpunkt nur noch maximal 50 Personen aufhalten. So viel hätte mancher Garagist noch so gerne in seinem Showroom. Deshalb: kein Ausschlag des Web-Seismographen.

…geht es von null auf 100

Über das folgende Wochenende überschlugen sich dann die Ereignisse. Das brachte den Bundesrat dazu, am Montag, 16. März um 14.00 Uhr die «ausserordentliche Lage» zu erklären und die Massnahmen erneut zu verschärfen: Alle Läden, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe bleiben bis am 19. April geschlossen. Los ging’s schon vorher – und das sehr früh: Der Traffic auf der Website setzte ab 6.00 Uhr zu einem bis dato ungeahnten Höhenflug an. Auf der Suche nach spezifischen Informationen für das Autogewerbe kamen stündlich mehr besorgte Garagisten auf die Website – und ab 15.00 Uhr kannte die Kurve nur noch eine Richtung: kerzengerade nach oben. Um Mitternacht verzeichnete die Verbandswebsite über 15’000 Nutzer an einem einzigen Tag – rund siebenmal mehr als an einem «normalen» Montag. Und der nächste Tag? Über 20’000 Nutzer. Dann nahm der Traffic langsam etwas ab, blieb aber in den Folgetagen auf einem deutlich höheren Niveau.

Google Analytics vom 11. bis 25. März sowie Stündlicher Verlauf am Montag, 16. März

Man bewährt sich in Krisenzeiten

«Für einen Verband ist die Kommunikation eine ohnehin schon sehr zentrale Aufgabe», sagt Urs Wernli, «in Zeiten einer Krise aber erst recht. Gerade in einer solchen Situation bewährt er sich als zuverlässiger Partner seiner Mitglieder.» Der Zentralpräsident wandte sich rasch persönlich an die Mitglieder, sein «Lettre du président» zur aktuellen Lage lag nur Tage später als Beilage allen Abonnenten des Branchenmagazins AUTOINSIDE vor, online am Tag des Eintreffens der Zeitschrift.

Voraussetzung dafür ist, dass die Mitglieder wissen, wo sie sich Informationen holen können. Das ist mit einem Aufbau verbunden, der sich über Jahre hinziehen kann. Beim AGVS war das der Fall. Seit dem Relaunch im Oktober 2014 und der Einführung eines Content Managements durch den AGVS-Newsdesk, der von einem Team von erfahrenen Redaktoren, Grafikern und Social Media-Spezialisten und Beratern betreut wird, stiegen die Zugriffszahlen von Jahr zu Jahr – im Schnitt von knapp 18’000 Nutzern im Jahr 2014 auf 63’000 pro Monat im laufenden Jahr; für eine B2B-Plattform eine respektable Community. Ein grosser Teil der über 400’000 Seitenaufrufe im März erfolgte denn auch nicht über Google, sondern direkt. Das zeigt: Die Mitglieder wissen, wo sie sich zuerst hinwenden können: an ihren Berufs- und Branchenverband.

Ordnen – nicht nur publizieren

Der AGVS-Newsdesk stand in diesen Tagen permanent in engem Austausch mit der AGVS-Geschäftsstelle, fasste die Bundesrätlichen Medienkonferenzen zusammen, filterte jene Informationen heraus, die für den Garagisten relevant sind und ging erst dann Hause, nachdem auch die Übersetzungen in Französisch und Italienisch vorlagen. Informationen zu publizieren ist das eine, sie so zu publizieren, dass sie rasch gefunden werden, weil der Weg dorthin einer nachvollziehbaren Struktur folgt, ist das andere. Aus diesem Grund richtete der AGVS-Newsdesk rasch eine Landingpage ein, auf der in die Themen «Dokumente» (u.a. Antrag Kurzarbeit, Factsheets zu arbeitsrechtlichen Fragen, FAQ, Erläuterungen der AGVS-Rechtsabteilung), «News» von «Politik und Behörden», «Bildung» sowie einen Branchen-Newsticker eingeteilt wurde.

Angenehme Begleiterscheinung selbst bei einem so ernsten Thema wie der Corona-Krise ist, dass inzwischen das eine oder andere AGVS-Mitglied weiss, wo es relevante Informationen zu finden sind – auch in guten Zeiten. Und dass der Verband dank der langen Aufbauarbeit das geschafft hat, was schliesslich die wichtigste Erkenntnis für jedes Mitglied ist: Dass er auch und gerade in schlechten Zeiten da ist, um sie zu unterstützen.

 

 

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